Der Anfang eines erdigen Experimentes

Rohbau der ersten Miete

Zunächst haben wir einen Plan entwickelt, wo auf dem Grundstück die Terra-Preta-Mieten angelegt werden können, wie breit die Wege dazwischen sein müssen, damit wir gut mit den Schubkarren durch kommen und mit dem ganzen Material hantieren können. In der Miete schichten wir die unterschiedlichen Biomassen auf, aus denen unsere kostbare Erde entstehen soll. Den richtigen Platz für die Pyrolyse zu finden war schwieriger. Zunächst war er zu dicht und feuergefährlich am Feld des Bauern nebenan und wo wir Material lagern können. Das Grundstück im Mensch-Tier-Natur-Portal ist recht klein, sodass wir einige Kreativität brauchten, um für alles einen guten Platz zu finden.

Panorama des Gartens

Dann ging es um die Berechnung, was wir alles für die erste Terra-Preta-Miete brauchen und was davon wir noch beschaffen müssen. Wo  und in welcher Qualität – bis tatsächlich alles zusammen ist…

Die Biokohle haben wir bereits in ausreichender Menge hergestellt – doch wie kriegen wir sie klein? Um ihre Wirkkraft zu entfalten, muss sie kleingekörnt sein. Wir versuchten es mit der Gartenwalze über zwischen LKW-Planen gestreuten Kohlestückchen – das erwies sich als sehr mühsam mit unbefriedigendem Ergebnis. Jetzt haben wir eine Handmühle besorgt und kurbeln die Kohlestückchen durch – wobei wir einen Atemschutz tragen. Dauert lange – doch das Ergebnis ist befriedigend. Ich hoffe, wir werden damit noch rechtzeitig fertig. Für die nächsten Mieten werden wir unsere Methode noch erheblich weiterentwickeln müssen!

Jetzt sind wir dabei, den Platz für die erste Miete vorzubereiten, eine Rampe zu bauen und „Schneeschuhe“ zum Fest-Trampeln der Masse.

Es steht noch aus, dass wir uns überlegen, was wir alles messen wollen und in welcher Weise und warum – sodass ein sinnvolles Monitoring des Prozesses erfolgen kann. (PH-Wert (wovon?), Mengenverhältnisse der einzelnen Zutaten zueinander usw.) Was immer klarer wird: es ist ein Experiment! Voraussichtlich wird jede Miete anders sein und wir finden heraus, was sich am besten bewährt.

Die ersten öffentlichen Veranstaltungen sind bereits festgemacht: Es wird Ende September eine Informationsveranstaltung in der Gartenkolonie Lange Bünde stattfinden und im Rahmen des Netzwerk21 – Kongresses eine Expedition ins Mensch-Tier-Natur-Portal und eine weitere im Rahmen der Klimaschutztage der Stadt Göttingen.

Es hat begonnen.

mm
Helgard Greve
Die Mitgründerin der Transition-Town- Initiative “Göttingen im Wandel” leitet das Projekt auf Ihrem Esel- und Pferdehof, dem “Mensch-Tier-Natur-Portal” in Göttingen-Geismar. Schon früh entwickelte sie eine Begeisterung für Erde und Böden, die sie anderen Menschen gern mit allen Sinnen spürbar näher bringt. Für das Kompostieren und die faszinierenden Transformationsprozesse der Natur fing sie Feuer, als sie als junge Frau in einer Lebensgemeinschaft in Tennessee (USA) im Bereich farming mitgearbeitet hat.

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