Warum noch Terra Preta ? 

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Warum noch Terra Preta, wenn ich doch eigenen Kompost habe?

Eigener Kompost ist etwas ganz Wunderbares! Nicht nur, dass er die Gartenerde belebt und die Pflanzen nährt, sondern er lässt uns auch teilhaben an den Wandlungsprozessen der Natur.

Doch nach einem Jahr sind die Nährstoffe aufgebraucht und der darin gebundene Kohlenstoff ist wieder als CO2 in die Luft geflogen.

Anders sieht es bei der Terra Preta aus, die ja Pflanzenkohle enthält: Der darin gebundene Kohlenstoff bleibt für hunderte, ja tausende Jahre im Boden stabil und zieht in dieser ganzen Zeit weiterhin CO2 aus der Atmosphäre – und auch die Nährstoffe sind darin viel nachhaltiger bewahrt und bilden sich durch die unzähligen Bodenlebewesen und ihren Stoffwechsel immer wieder nach.

Diese nämlich finden in den kleinen und kleinsten Höhlen der Pflanzenkohle für sich und ihre Nachkommen ein geborgenes Zuhause. Die Fruchtbarkeit eines Bodens entsteht nicht allein durch Nährstoffe, sondern braucht die Bodenlebewesen, damit die Nährstoffe verdaut werden können. So, wie wir unsere Darmbakterien brauchen.

 Eine weitere Besonderheit der Terra Preta sind die offenen Poren der Pflanzenkohle. Dadurch kann der Boden bei Regen und Starkregen sehr viel mehr Wasser aufnehmen und auch speichern.

So kann die Terra Preta den eigenen Kompost äußerst sinnvoll ergänzen, beleben und aufwerten. Manche Leute bringen unsere Schwarzerde nur in ihren Kompostierungsprozess mit ein, andere mischen beides, bevor sie es ausbringen, andere bringen an manche Pflanzen Kompost, an andere Terra Preta.

Der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt!

Helgard Greve
Helgard GreveWebsite: https://www.helgard-greve.de/
Die Mitgründerin der Transition-Town- Initiative “Göttingen im Wandel” leitet das Projekt auf Ihrem Esel- und Pferdehof, dem “Mensch-Tier-Natur-Portal” in Göttingen-Geismar. Schon früh entwickelte sie eine Begeisterung für Erde und Böden, die sie anderen Menschen gern mit allen Sinnen spürbar näher bringt. Für das Kompostieren und die faszinierenden Transformationsprozesse der Natur fing sie Feuer, als sie als junge Frau in einer Lebensgemeinschaft in Tennessee (USA) im Bereich farming mitgearbeitet hat.