Pressemitteilung

Auf natürlichem Wege das Co2 in die Erde zurückführen


Unter dem Titel „Der untergründige Traum“ war im GT am 9. Oktober über die
aufwändige Technologie zu lesen, mit der Kohlendioxid im Erdreich verpresst wird. Sehr
deutlich stellte der Artikel auch die Kritik der Umweltschützer dar: Sie erkennen diese
Technik als Greenwashing, als Versuch, fossile Kraftwerke, weiter betreiben zu können.
Der hohe Energieverbrauch dieser Technologie bedürfe zudem eigentlich eines
weiteren Kraftwerks. Auch die Vorstellung der Isländischen Firma Carbfix, aus aller Welt
Container-Schiffe mit CO2 anfahren zu lassen, die dann im isländischen Basalt verpresst
werden, mutet absurd an und überzeugt angesichts des Schwerölverbrauchs der
Containerschiffe als Klimaschutzmaßnahme eher wenig.
Der CO2-Gehalt der Atmosphäre jedoch ist so bedrohlich hoch, dass es Negativ Emissionen

braucht, damit unsere Enkelkinder nicht ersticken – soviel ist klar.
An dieser Stelle möchte ich eine Möglichkeit vorstellen, auf natürliche Weise ohne
großen technischen Aufwand Negativ-Emissionen zu erzeugen: den Humusaufbau mit
Terra Preta.
„Klimawandel ist umkehrbar, Ökosysteme sind heilbar – durch regenerative aufbauende
Methoden der Landbewirtschaftung“ schreiben Ute Scheub und Stefan Schwarzer in
ihrem Buch „Die Humusrevolution“. Der Humus, die lebendige Erde ist neben dem
Meer der mächtigste CO2-Speicher überhaupt – und sie ist darüberhinaus auch CO2-
Senke (= sie bewirkt negativ-Emission).
Das CO2 wird in der Erde für das Pflanzenwachstum gebraucht. Das Kohlendioxid, was
jetzt bedrohlich in der Atmosphäre herumgeistert, war einmal in der Erde und ist durch
die Förderung der fossilen Brennstoffe entwichen. Es gehört wieder in die Erde zurück
– nicht eingepfercht in Salzstöcke, sondern eingespeist in das natürliche Ökosystem,
damit es für die Pflanzen verfügbar ist. Die wiederum dann viel mehr Chlorophyll
produzieren können, was wiederum größere Mengen CO2 aus der Luft bindet und in
die Erde befördert., was den jetzigen Teufelskreis umkehrt in einen aufbauenden, sich
selbst verstärkenden Kreislauf.
Sollen wir hierfür Zahlen liefern, große Massen, Mengenangaben?
Nein, das werden wir nicht können. Es ist ein Weg, der nicht auf eine ultimative
großtechnische Lösung wartet, die es nie geben wird, sondern der darauf setzt, dass
viele kleine Leute an vielen kleinen Orten mit vielen kleinen Schritten die Welt
verändern können.
In Göttingen-Geismar gibt es das Projekt „Humusbildung hoch 2“. Hier stellen wir nach
dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft aus den anfallenden Pferdeäpfeln der dort lebenden
Pferde und Esel eine sehr fruchtbare Schwarzerde her: Terra Preta. Im Garten
ausgebracht, macht sie sämtlichen weiteren Dünger überflüssig, bindet CO2 aus der
Luft dauerhaft, ohne dass das Gas wieder in die Atmosphäre entweichen kann und
führt es dem Pflanzenwachstum zu. Diese Erde ist bei uns im Rahmen einer
solidarischen Humuswirtschaft (nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft )
erhältlich.
Darüber hinaus möchte das Projekt nachgeahmt werden!
Wenn dezentral in vielen Tierhaltungshöfen Terra Preta hergestellt wird, dann können
wir an vielen kleinen Orten negativ-Emissionen in Gang setzen, die sich durch ihrem
eigenen Prozess verstärken!
www.humusbildung-goettingen.de
Eine andere Art von untergründigem Traum, der sich hier und jetzt direkt vor der
eigenen Haustür verwirklichen lässt!

Helgard Greve
Göttingen im Wandel e.V.
Projekt Humusbildung hoch 2

Helgard Greve
Die Mitgründerin der Transition-Town- Initiative “Göttingen im Wandel” leitet das Projekt auf Ihrem Esel- und Pferdehof, dem “Mensch-Tier-Natur-Portal” in Göttingen-Geismar. Schon früh entwickelte sie eine Begeisterung für Erde und Böden, die sie anderen Menschen gern mit allen Sinnen spürbar näher bringt. Für das Kompostieren und die faszinierenden Transformationsprozesse der Natur fing sie Feuer, als sie als junge Frau in einer Lebensgemeinschaft in Tennessee (USA) im Bereich farming mitgearbeitet hat.

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